04.04.10 15:14 Alter: 2 yrs

Fokus Afghanistan im Königsteiner Salon

Kategorie: Königsteiner Salon, Pressemitteilung, Childaid Network

VON: DR. MARTIN KASPER

Ein hochaktuelles Thema hat sich der Königsteiner Salon für den 29. April ausgewählt. In der Lodge am Opelzoo referiert der Geschäftsführer der GTZ, Dr. Hans Joachim Preuß, zum Thema „Ziviler Wiederaufbau in Afghanistan“.


Im Anschluss an seinen Vortrag wird ein Podium mit guten Kennern von Afghanistan die Situation weiter beleuchten, darunter der afghanische Botschafter Abed Nadjib, der Afghanistan-Experte der Grünen Winfried Nachtwei, der afghanische Unternehmer Khalid A. Dayani und die Kriegsfotografin und Autorin Ursula Meissner. Beginn ist um 18 Uhr mit Gesprächen, Vortrag ab 19 Uhr (bitte anmelden auf www.koenigsteiner-salon.de)

 

Seit 2001 hilft Deutschland umfassend beim Wiederaufbau in Afghanistan. Aus deutschen Steuermitteln sind bereits mehr als 1 Mrd. Euro dafür bereit gestellt worden. Im Etatentwurf 2010 des BMZ wurde der Titel für Afghanistan sogar von 220 auf 430 Mio. € fast verdoppelt. Wie wir täglich der Presse entnehmen können, sind die Ergebnisse bisher aber nicht überzeugend. Die Taliban gewinnen an Einfluss, der traditionell gute Ruf der Deutschen bröckelt. Wegen der eskalierenden Gewalt musste der Deutsche Bundestag beschließen, die Militärpräsenz weiter zu verstärken.

Für die zivile Afghanistanhilfe ist die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) der Hauptimplementierungspartner der Bundesregierung. Seit 2002 gibt es ein GTZ-Büro in Kabul. Von dort werden die umfangreichen Projekte u.a. zur beruflichen Qualifizierung sowie der Versorgung mit Wasser und Energie in Afghanistan koordiniert. Als neuer Geschäftsführer der GTZ ist Dr. Preuß in den vergangenen Wochen in Afghanistan unterwegs gewesen. Er wollte die Ergebnisse der bisherigen Projektarbeit evaluieren und sich persönlich einen Eindruck von den Erfordernissen für zukünftigen Erfolg verschaffen – und so die konzeptionellen Diskussionen zur Fortführung der Arbeit vorbereiten.

„Es freut uns sehr, dass Dr. Preuß kurz nach seiner Rückkehr aus Afghanistan persönliche Eindrücke und Schlussfolgerungen bei uns im Königsteiner Salon vorträgt“, sagt der Vorsitzende des Königsteiner Salons, Dr. Martin Kasper. „Dieses Thema geht uns alle an – nicht nur weil unsere Steuergelder dort in sehr großem Umfange eingesetzt werden und unsere Soldaten dort täglich ihr Leben riskieren. Der Erfolg oder Misserfolg der Aufbauaktivitäten wird darüber entscheiden, ob die Krisenregion wieder zu einer Brutstätte für Terror oder zu einem Modellbeispiel für kulturelle Verständigung wird.“

Für die anschließende Diskussion konnte ein sehr kompetentes Panel von Afghanistanexperten gewonnen werden. Mit dabei sein wird der afghanische Botschafter in Deutschland, Herr Abed Nadjib, Frau Ursula Meißner, die als Fotografin und Autorin das Land vielfach bereist hat, Herrn Lischek, Adra Stiftung mit Projekten in Afghanistan, der afghanische Unternehmer Khalid A. Dayani und Herr Winfried Nachtwei, Afghanistanexperte der Grünen.

Parallel wird die Fotografin Ursula Meissner ausgewählte Aufnahmen von ihren Reisen in den Hindukusch ausstellen.