Anna sammelt 120.000 € für indische Kinder
Kategorie: Childaid Network, MedienberichtVON: CHRISTIANE GENSRICH
Artikel in der Taunuszeitung vom 29.6.09 - 9 Jahre altes Mädchen erklimmmt den höchsten Berg Nordafrikas und bitte damit um Spenden.

Die 9 Jahre alte Schülerin Anna Ramsay aus Glashütten hat mit einer Bergsteiger-Aktion auf den Djebel Toubkal (Marokko) Spenden für das Kinderhilfswerk Childaid Network gesammelt.
Glashütten. Anna Ramsay ist wieder da. Das 9 Jahre alte Mädchen ist nicht nur auf den höchsten Berg Nordafrikas gestiegen, den 4167 Meter hohen Djebel Toubkal im Hohen Atlas (Marokko). Die Schülerin aus Glashütten hat mit ihrer Bergsteiger-Tour auch noch Spenden für indische Straßenkinder gesammelt. Über 120 000 Euro sind für das Königsteiner Kinderhilfswerk Childaid Network zusammengekommen. Dessen Gründer Dr. Martin Kasper überreichte der kleinen Bergsteigerin zum Dank eine echte Naga-Schärpe. Denn der nordostindische Bundesstaat Nagaland gehört, mit seinen Stammesvölkern, zu den Haupteinsatzgebieten der Hilfsorganisation.
Wie das Mädchen, das die dritte Klasse der Friedrichsdorfer Montessori-Schule besucht, auf die Idee gekommen ist, mit Bergsteigen Spenden zu sammeln? «Ich möchte Kindern helfen, die so leben müssen, wie die Kinder in dem Film Slumdog Millionär, die nicht zur Schule gehen können und häufig nicht genug zum Leben haben», sagt Anna. «Und weil mir Wandern und Bergsteigen so viel Spaß machen, hatte ich zusammen mit meinem Vater die Idee, auf einen ganz hohen Berg zu steigen.» Die Spender hat sie gebeten, ihr einen Cent für jeden Meter zu geben, den sie aufsteigt.
Bei Dr. Kasper hat Anna auch von der 9 Jahre alten Meena erfahren. Sie lebt in der nordostindischen Großstadt Guwahati auf der Straße. «Wenn ich darüber nachdenke, werde ich ganz traurig. Am liebsten würde ich Meena besuchen und selbst schauen, wie es ihr geht.» Nächstes Jahr in den Osterferien will Anna, die drei Geschwister hat, mit ihren Eltern eine Reise nach Indien unternehmen.
Jetzt ging es aber erstmal, wie geplant, nach Marokko zum Djebel Toubkal. Zuvor hatte Anna eifrig trainiert: In Schottland, wo ihr Vater herkommt und in der Slowakei, der Heimat ihrer Mutter. Außerdem natürlich im Taunus, da war Hund Floppy immer dabei. Am 11. Juni schließlich wurde es ernst mit dem Toubkal: Anna traf mit ihren Eltern im Basis-Camp Imlil in 1740 Meter Höhe ein. Drei Tage sollte der Aufstieg dauern.
In 4069 Meter Höhe ging nichts mehr
Und das knapp 1,30 Meter große Mädchen hielt sich tapfer. Bis kurz vor dem Gipfel hat es Anna geschafft. Aber am 13. Juni in 4069 Meter Höhe ging es nicht mehr. Anna fror und klagte über Erschöpfung, berichtet ihr Vater. Mohamed, der marokkanische Bergführer, nahm ihr gleich die Skibrille ab, schaute ihre Augen an und stellte fest, dass sie an Höhenkrankheit litt und sofort ins Tal musste. Dann nahm er sie auf die Schultern und brachte sie nach unten, so schnell er konnte. Unten angekommen erholte sich Anna glücklicherweise schnell – und machte sich Sorgen: «Was ist jetzt mit dem Geld für die indischen Kinder?», fragte sie. Aber da beruhigte sie der Bergführer: «Unter diesen Umständen darf dein Papa den Aufstieg für dich vollenden.» Nur 98 Meter hatten ihr noch gefehlt. Später überreichte ihr Mohamed eine Urkunde, auf der er bestätigte, dass Anna das erste 9 Jahre alte Mädchen ist, das es ohne Hilfe in 4069 Meter Höhe dieses gewaltigen Berges geschafft hat.
Das Spendenkonto bei der DZ Bank Frankfurt, Bankleitzahl 500 604 00, hat die Nummer 70 80 90.


