Grundschulen für Flüchtlinge

Im Westen des Bundesstaates Assam, in den Bezirken Kokrajhar und seinen Nachbarbezirken, leben neben den dominierenden Bodos die Santhals als Minderheitsstamm. Sie sind vor einigen hundert Jahren dorthin aus Bihar eingewandert und haben überwiegend in den Reis- und Teeplantagen gearbeitet. Sie gehören zur großen Völkergruppe der Adivasis.

Bei gewaltsamen Auseinandersetzung in den Jahren 1996/1997 wurden mehrere hundert Stammesmitglieder ermordet. Die angreifenden Bodos schütteten die Brunnen zu, brannten die Dörfer ab und vertrieben die Santhals von den seit Generationen bewohnten Flächen. Mehrer hunderttausend Menschen wohen seitdem in den Wäldern und am Straßenrand in Flüchtlingslagern.  

Auch wenn sich die Lebenssituation in diesen Lagern in den letzten Jahren etwas gebessert hat, so sind doch die Menschen dort und viele in den Dörfern der Santhals nach wie vor ohne Lebensgrundlage und staatliche Unterstützung. Ein regulärer Schulbetrieb findet nicht statt, die Erwachsenen verdienen sich als Tagelöhner mühsam ihren Lebensunterhalt oder versuchen durch den Verkauf von Bruchholz ein Einkommen zu erzielen.

Unserse Projektpartner versuchen mit unserer Hilfe insbesondere der Jugend wieder eine Perspektive zu geben.  Wir finanzieren 50 Schulen für fast 2500 Kinder in den Lagern.  Die Ergebnisse sind äußerst ermutigend: mehr als 80 % der Schüler haben im letzten Schuljahr die staatlichen Examina der jeweiligen Altersgruppe bestanden. Parallel entstehen Selbsthilfegruppen der Frauen, die zusammen Handwerke wie Schneidern oder Weben erlernen und damit für sich und die Familie neue Einkommensquellen erschließen.